Alleingeburt vom Mette Marike

Die Entdeckung der  Schwangerschaft unseres 6. Kindes war für uns Eltern ein Schock, der sich 2 Wochen mit intensiven Gefühlsachterbahnfahrten hielt. Erst das Gespräch mit unseren beiden ältesten Töchtern brachte die Klarheit und Freude mit sich, auch dieses Kind in unserer Familie, so klein und versteckt es auch noch war, willkommen zu heißen.

Intuitiv nahm ich ein kleines Mädchen war, das uns Veränderung, Liebe und Kraft bringen wollte. Diese Qualitäten strahlte sie aus und durchströmte mich damit schon während der Schwangerschaft.

Die Geburt sollte wieder, wie bei unseren beiden vorigen Kindern zu Hause stattfinden und da wir die letzte Geburt ohne Hebamme oder andere Geburtshelfer, als sehr entspannt, gemütlich, geborgen und still erlebten, wollten wir es diesmal wieder im kleinen Kreis erleben – Mama, Papa, Baby- in Liebe gezeugt, in Liebe geboren.

Zweimal ließen wir die Schwangerschaft ärztlich untersuchen und datieren, das Geschlecht und die Gesundheit aller Beteiligten bestätigen um dann entspannt alles wachsen und gedeihen lassen zu können und den Tag der Ankunft herbei zu freuen.

Am 3. Tag über dem Termin setzten am Abend um 22.30 Uhr Wehen (hier Wellen genannt) ein, die ich als geburtsweisend ansah. Die kamen langsam und unregelmäßig und weil der Papa eh neben mir gerade eingeschlafen war, waren diese vorbereitenden Wellen auch genau richtig um mich, nun hellwach, auf die Geburt einzustellen und ihm noch ein wenig Schlaf zu gönnen. Ich tigerte bis 2 Uhr zwischen Bett und Toilette hin und her und erlebte ein interessantes Spektrum an Wellen, die meinen Körper von innen bearbeiteten. Es war nie wirklich richtig schmerzhaft, so wusste ich auch nicht wie weit die Geburt fortgeschrittenen war. Ich genoss die Ruhe und Dunkelheit im Haus, die friedliche Nachtstimmung durch die schlafenden Kinder und im Schlafzimmer der schlafende kleinste Sohn mit dem Papa und die schöne vorbereitete Atmosphäre dort mit Pool, Kerzen und Blumen, was alles noch im Dunkeln lag…

Ich beschloss meine Lauferei zu beenden und diesen „undefinierbaren“ Wellen die Aufmerksamkeit zu entziehen um mich unter der Bettdecke zu erholen. Ich schlief sogar nochmal ein, wurde aber nach einer halben Stunde von einer Welle geweckt, die stärker war, als die vorherigen und gleich darauf noch eine. Ich war sofort nicht mehr müde und hatte ein Gefühl von Dringlichkeit, das aufstieg und mich den Papa wecken ließ um nun den Pool zu füllen. Er hatte bis dahin 3 Stunden Schlaf bekommen und war nun ganz auf mich eingestellt und meine Bedürfnisse konzentriert. Ich half ihm, da die Wellen wieder schwächer und unregelmäßiger wurden mit den Vorbereitungen. Im Nachhinein betrachtet, passten sich die Wellen den Umständen an. Total perfekt. Um 3 Uhr konnte ich in den befüllten Pool steigen und erlebte daraufhin die Urgewalt von 2 Wellen. Jetzt war unser kleines Mädchen nicht mehr zu stoppen. Bei der 2 Welle, bei der ich über dem Poolrand gestützt kniete merkte ich schon die Übelkeit anfliegen, die mit einem Erbrechen bei mir oft die „Übergangs- und Austreibungsphase“ markierte. Aber außer zweimal  Rülpsen blieb mir keine Zeit zum Übergeben, da ich in die Sitzposition wechselte  und bei völlig klarem Verstand gleich darauf die nächste Welle empfing, die den kleinen Körper rausschob, sodass der Kopf schon geboren wurde. Eine 4. Welle brachte unsere kleine Mette gänzlich in unsere Arme.

Wow eine schnelle Geburtsrutsche in den Pool. Ich hatte mir eine schöne, schnelle, leichte Geburt gewünscht und habe sie bekommen. Ich weiß  nicht ob eine schnelle Geburt als schmerzfrei  erlebt werden kann, aber selbst dem Schmerz gegenüber bin ich versöhnlich gestimmt, da er minimalen Zeitaufwand mit maximalen Erfolg verbunden hat und ich ihm einfach, so klar und wach und anwesend ich war, Raum zum Wirken gab ohne ihm mit Verkrampfung zu begegnen. Ich war die Bühne auf der gespielt wurde und gleichzeitig eine der Hauptfiguren.

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Unser kleiner Sohn wurde rechtzeitig zum „Finale“ wach und schaute von seinem Bett aus friedlich verschlafen zu, fasziniert vom befüllten Pool und dem Kerzenschein. Er war der erste unserer Kinder die seine Schwester begrüßten, gleich darauf, die 2. Älteste, die von Mettes Begrüßungsschrei geweckt, vorsichtig durch die Tür schaute. Sie half uns dann auch noch mit Handtüchern und war mir behilflich aus dem Pool zu steigen. Ohne unser Zutun wurden die 2 mittleren Brüder wach und so luden wir sie ein auch im Schlafzimmer ihr Schwesterchen zu begrüßen. Nur die große Schwester schlief die Nacht durch und hatte umso größere Freude am frühen Morgen.

Wir sind Dankbar für diese Geburtserfahrung! Wir haben darum gebeten um Unterstützung, wohlwollenden Energien um den Übergang zwischen den Welten für Mette so liebevoll und schön und sanft wie möglich zu gestalten und wir haben darauf vertraut. Am Morgen meinte unsere Älteste noch, dass es heiß wie in einer Sauna wäre im Schlafzimmer (wir hatten nur warmes Poolwasser und eine Stunde 2 Kerzen brennen, sonst keine Wärmequellen).

Vertrauen ist das Zauberwort fürs  Leben. Vertrauen ins werdende Leben, in den eigenen Körper, in die Dinge, die Gefühle, die einem während der Schwangerschaft und Geburt überrollen, in die eigene Kraft und Intuition. Man kann so reich beschenkt werden für den Mut ins Vertrauen…

Nach 5 Geburten, davon die 1. leicht traumatisch im Krankenhaus, die 2. und 3. im Geburtshaus, die 4. und 5. als Hausgeburt, davon die 5. auch schon alleine kann ich sagen, dass diese 6. Geburt absolut stimmig für uns war und dass ich auch im Frieden mit allen meinen anderen Geburten bin.

Mein eigenes Erleben ist, dass Geburt, voller Schöpferkraft und enormer Lebendigkeit ist und in ihrer tieferen Natur aber so zart und still und schön und voller Wunder.

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Wir sind happy mit unserer kleinen fidelen Maus, die einen starken Willen mitgebracht hat. Wenn man als Mädchen die jüngste und kleinste in der Familie ist und dazu auch noch 3 wilde große Brüder hat, dann ist es auch besser wenn man weiß was man will.

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