Burg Regenstein

Vor einigen Tagen haben wir uns kurzfristig entschieden eine Harztour zu machen. Nachdem der Familienrat getagt hatte und auch die Uhrzeit mit einbezogen wurde, entschieden wir uns doch keine lange Wanderung mehr anzustreben. Stattdessen wurde der Vorschlag zur Burgruine Regenstein zu gehen freudig begrüßt.

Da wir ja schon relativ spät gestartet sind, und Blankenburg nicht gerade um die Ecke bei uns ist, erreichten wir den Parkplatz unterhalb der Burg erst am frühen Nachmittag. Wer mich kennt, weiß, ich kann es nicht leiden einfach zu einer Sehenswürdigkeit zu laufen und dann wieder zu fahren. Natürlich hatte ich mich vorher im Internet schlau gemacht, und eine Tour gewählt, die mit 6 Kilometern ganz gut klang.

Wir nahmen also nicht den direkten Weg vom Parkplatz zur Burg, welcher nur 600 Meter lang gewesen wäre, nein, wir bogen  vom Parkplatz aus gesehen links in den Wald ein und folgten der Beschilderung Richtung „Regensteinmühle / Sandhöhlen“. Der Wald ist sehr angenehm hell mit vielen Buchen und der Weg ist ein gut zu gehender Waldweg, der sich angenehm weich unter den Füßen anfühlt. So wanderten wir eine ganze Zeit ebenerdig. Das Gelände war hier und da von Sandsteinbrocken durchzogen. Zu unserer rechten Seite tat sich ein Tal auf, und linker Hand war eine, nicht namenhaft erwähnte, kleine Klippe zu sehen. Hinter der nächsten Biegung stand eine Schutzhütte, und mehrere Tische und Bänke, die zum Pause machen einluden. Nur wenige Schritte weiter war die Regensteinmühle zu sehen.

Eine Mühle der besonderen Art

Eine alte Wassermühle, mit zwei Mühlrädern, wo das Wasser durch einen künstlich angelegten Kanal einen Sandsteinfelsen herunter lief. Die Mühle wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut und befand sich damals im Besitz der Regensteiner Grafen. Etwa bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts war das als Mahl- und Ölmühle genutzte Bauwerk in Betrieb, anschließend begann der langsame Verfall.

regensteinmuehleWir schauten uns dieses imposante Bauwerk an, und holten uns für die Harzer Wandernadel die Stempel. Im Anschluss gingen wir noch den schmalen Weg, der teils nur aus einer Rinne im Sandstein bestand, hoch auf den Felskomplex. Dort hätten wir die Möglichkeit gehabt dem zwei Kilometer langem Mühlgraben zu folgen. Wir entschlossen uns dagegen, und gingen wieder hinab zur Mühle. Von hier nahmen wir den Weg, kurz hinter der Schutzhütte, runter ins Tal, dem Wegweiser „Sandsteinhöhlen“ folgend.

Auch der Weg war wunderschön zu laufen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass der Weg nach starkem Regen teils mühselig werden kann, da es gerade am Anfang steil herunter geht, und da auch das Wasser seinen Weg nimmt. Im weiteren Verlauf ist der Weg aber wieder ebenerdig und lässt sich auch gut laufen. Es dauerte nicht lange, da kamen wir an eine Wegkreuzung, wo die Sandsteinhöhlen nicht mehr ausgeschildert waren. Rein vom Gefühl mussten die Höhlen rechts liegen, und so entschlossen wir uns den Weg einzuschlagen. Ab diesem Abzweig dauerte es nicht mehr lange und wir waren bei den „kleinen Sandsteinhöhlen“ angelangt. Hier war es ganz interessant, aber nicht spektakulär genug um länger zu verweilen. Wieder vom Gefühl geleitet schlugen wir, mangels Wegweisern, den Weg zu den „großen Sandsteinhöhlen“ ein.

Die große Sandkiste im Wald

Während wir den sonnigen Weg entlang gingen, lag linker Hand, hoch oben auf dem Felsen, die Burg Regenstein. Oder eher das, was von ihr über war. So langsam machte sich bei den Jungs der Unmut breit, und der Ruf nach einer Pause, um zu essen und zu trinken, wurde lauter. An den „großen Sandsteinhöhlen“ angekommen, waren wir von dem Anblick erstmal überwältigt. Es sah aus wie eine große Sandkiste umgeben von Fels mitten im Wald. Hier holten wir uns den zweiten Stempel der Tour, und suchten uns auf einem Felsen einen geeigneten Platz für eine Pause. Hier können Kinder jeden Alters Spaß haben. Die Größeren erkunden die kleinen Höhlen und die Felsen, während die Kleinen in den Hohlräumen und im Sand spielen können. Wer sich hier länger aufhalten möchte kann auch gut einen Ball zum Spielen mitbringen.

kleine hoehlen sandsteinhoehlen

Zur Burgruine Regenstein

Gestärkt und wieder hoch motiviert ging es nun in Richtung Burg Regenstein. Nichts ahnend von meiner, manchmal sehr gehässigen, Art wählten wir den steilsten Aufstieg. Wir kamen an der Ruine eines alten Wirtschaftsgebäudes vorbei, und gingen über eine kleine Brücke zum „grünen Hof“. Es war wunderschön hier, und der Weg war schmal, aber ebenerdig. Nun begann der kurze, aber steile Anstieg, der uns wieder auf einen unserer vorherigen Wege brachte. Von hier gingen wir wieder zum Parkplatz, um dann den offiziellen Weg zur Burg zu gehen. Wir entschieden uns für den Weg durch den Wald, da dieser einladender aussah, als die Fahrstraße. Oben angekommen holten wir uns den dritten Stempel der Tour. Langsam, aber stetig, füllen sich die Hefte der Jungs mit den Stempeln der Harzer Wandernadel.

Durch das Burgtor betraten wir das Gelände und bezahlten am Kassenhäuschen den Eintritt. Die Anlage ist sehr gut erhalten. Von der Festung sind noch komplette Räume, in Sandstein gehauen, vorhanden. Auch alte Relikte kann man besichtigen. Die Jungs waren von den Sporen für die Reiter, sowie dem Schwert, welches ausgestellt war, angetan. Es sind wirklich alte Gegenstände. Keine Nachbildungen, keine Bilder, nein, die Jungs sahen alte Gebrauchsgegenstände von damals. Man sah ihnen den Respekt vor der Zeit an. Die beiden Mädels waren dann doch eher von dem Geschirr und den Karaffen angetan, welche in mühseliger Kleinstarbeit wieder zusammengesetzt wurden. Und wenn ich ehrlich sein soll, das Geschirr von damals kann vom Material und dem Aussehen ganz locker mit heutigem Geschirr mithalten.

Burg Fenster Entfernung Ruine Pia hinten

Das Fazit

Als Fazit kann ich nur sagen, der Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt. Man kann den ganzen Tag rund um die Burg Regenstein verbringen ohne das einem langweilig wird. Unseren Kindern, den drei Jungs (3 Jahre, 5 Jahre und 8 Jahre), sowie den beiden großen Mädchen (16 Jahre und 14 Jahre) hat der Ausflug gut gefallen. Unser Nesthäckchen ist mit der Mama zuhause geblieben, für sie wäre die Tour unspektakulär gewesen.

Wenn du mehr über die Tour, oder andere Harztouren mit Kindern, wissen möchtest, schreibe uns bitte in die Kommentare. Auch wenn du spezielle Fragen zum Alter der Kinder, und wie man sie motiviert, hast, beantworte ich diese gerne in den Kommentaren. Aber auch andere Kommentare sind jederzeit herzlich willkommen 🙂 Weitere Harztouren findest du hier.

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