Grüne Kartoffeln, Weihnachtsmänner und unsere Familie

Boom! Wir sind wieder da! Und es ist eine Menge passiert.
Seit dem Jahr 2018 – Stand unserer letzten Postings und Blogbeiträge – haben sich nicht nur viele unserer Ansichten und Denkweisen verändert, sondern es haben ganze drei kleine Menschlein ihren Weg in unsere Familie gefunden. Also dachten wir, dass es mal an der Zeit ist, dass ihr erfahrt, wer wir überhaupt sind.
Gründer und “Oberhäupter” unserer kleinen Großfamilie sind Mama Ulrike und Papa Andreas. Die beiden haben sich im Jahr 2000 – ganz romantisch – über das Internet kennen- und lieben gelernt. Mama ist 44, passionierte Künstlerin seit ihrer Kindheit und der Mittelpunkt der Familie. Sie liebt die Natur und den Sonnenschein im Gesicht. Ihre große Gabe ist, dass sie aus Nichts Etwas zaubern kann. Das gilt sowohl für aufgewertete Mahlzeiten als auch für Deko oder Outfits. Apropos Essen, man sieht Mama oft irgendwo sitzen oder stehen und snacken. Sie liebt es zu essen, aber hasst es zu kochen. Außerdem interessiert sie sich sehr für Spiritualität, was sich unter anderem in ihrem… speziellen Musikgeschmack spiegelt. Da gilt nämlich: Hauptsache sanft und entspannt und bloß keine Bässe.
Papa ist 46 und ambitionierter Lifecoach. Wenn er anderen Menschen helfen kann, fühlt er sich wohl. Genau wie beim Wandern in den Bergen. Seit Kurzem ist Papa überzeugter Barfußschuhträger – und hat direkt Arian mit angesteckt. In seinen Barfußschuhen macht er die Supermärkte der Umgebung unsicher. In unserer Familie ist nämlich Papa der Profi-Einkäufer. Die Einzige, die nicht immer zu einhundert Prozent von seinen Einkäufen überzeugt ist, ist Mama. Besonders Kartoffeln sind ein Streitthema, denn Papa ist farbenblind und Mama sieht schon grüne Stellen,wo gar keine sind. Aber er lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Selten regt ihn etwas auf, aber wenn es um seine Familie geht, setzt Papa sich für sie ein, wie ein Löwe.
Nicht allzu lange nach dem Beginn ihrer Beziehung entstand aus dieser Liebe Pia, die Älteste unter den Geschwistern und inzwischen selbst Mama eines kleinen Sohnes. Sie ist 21, ein Energiebündel und der Motivationsesel der Familie. Hat jemand schlechte Laune lässt sie nichts unversucht, um ihn wieder positiv zu stimmen. Auch im Supermarkt reißt sie die Leute mit, indem sie durch den Laden tanzt und davon Videos in ihrer Instagram-Story teilt. Allgemein ist sie schwer zu bändigen, wenn sie ihre fünf Minuten hat – besonders, wenn eins ihrer Geschwister mit drauf einsteigt. Sie ist sehr empathisch und verarbeitet ihre starken Emotionen im Texte schreiben. Das Schreiben als Hobby begleitet Pia von klein auf und gab ihr Halt in einem dunklen Kapitel ihres Lebens. Trotz ihres jungen Alters hat sie bereits einen krassen Lebenswandel – zum Positiven – hinter sich.
Die 19-jährige Amelie und Pia wurden in ihrem Leben oft als Zwillinge vermutet und bezeichnen sich bis heute als Zwillinge im Herzen. Und das obwohl Amelie mit ihrer ruhigen Art eher einen Gegenpol zu ihrer Schwester bildet. Sie ist außerdem klug und kreativ. Ihre künstlerische Ader lebt sie mit analogen und digitalen Zeichnungen aus. Wölfe und Fantasyfiguren, wie Drachen, faszinieren Amelie seit jeher. Allgemein liegt das Wohl von Tieren ihr sehr am Herzen, weshalb sie vor einigen Jahren den Impuls gab, der dazu führte, dass sich unsere Familie vegan ernährt. Auch im Thema Sport ist sie die Vorreiterin, denn sie trainiert seit zwei Jahren mehrmals die Woche mit Homeworkouts. Bald steht für sie und ihre Katze Luna der Umzug in die erste eigene Wohnung an. Mehr davon werdet ihr auf ihrem YouTube-Channel sehen.
Unser Sandwichkind und ältester Junge ist Richard. Er wird in ein paar Tagen 13 Jahre alt und ist jetzt schon ein kleiner Programmierer. Seit mehreren Jahren programmiert er eigene Computerspiele und spielt Keyboard. Auch Knobelspiele und Matheaufgaben sind eine geliebte Beschäftigung von ihm. Richard ist individuell und authentisch. Er hat noch kein Handy, möchte auch (vorerst) keins und steht vor anderen Kindern für diese und andere Entscheidungen ein. Seinen Werten bleibt er immer treu und macht sich nichts daraus ein Einzelgänger zu sein. Seit der Geburt des Nasthäckchens unterstützt er seine Familie wo er nur kann. Dabei überrascht er immer wieder mit seiner liebevollen, souveränen Haltung den Babys gegenüber. Richard ist einfach nicht mehr aus unserer Familie wegzudenken.
Der zweite Junge in unserer Familie ist der 10-jährige Johan. Ihn erkennt man an seinen glatten Haaren, die er als einziger von Mama “geerbt” hat. Im Gegensatz zu seinen Geschwistern hat er ein sanftes Gemüt und beschäftigt sich am liebsten allein. Dann enstehen ganze Legowelten, untermalt vom Klang eines Hörbuchs. Wenn er nicht gerade Lego baut, bastelt er irgendetwas anderes und lässt seiner Kreativität freien Lauf. Johan macht seinem Spitznamen Jojo alle Ehre, denn er hüpft oft durch die Gegend. Dass er still steht ist eher die Seltenheit. Manchmal hat man das Gefühl, dass er sich vor lauter Energie und Aufregung gleich überschlägt. Abends fällt es ihm jedoch spät herunterzufahren, sodass er sehr lange braucht, um zu entspannen.
Das Gegenteil ist bei seinem Bruder Thore der Fall. Thore ist 8 und den Tag über so aktiv, dass er abends binnen weniger Minuten einschläft. Der Wirbelwind, Chaosmann und selbsternannter Schiri hat immer Flausen im Kopf. Meist kichert er vor sich hin, weil er wieder irgenetwas ausheckt. Dabei hat sein Einfallsreichtum keine Grenzen, genauso wenig wie seine Neugier. Alles musss ausprobiert und erforscht werden. Thore ist außerdem ein kleiner Clown. Manchmal haut er solche Schoten raus, dass die ganze Familie lachend unter dem Tisch liegt. Ein Beispiel gefällig? “Papa, ich weiß was eine Handbremse ist! Das ist, wenn man während der Fahrt seine Hand aus dem Auto streckt und auf dem Boden bremst. danach muss man sich aber gründlich die Hände waschen.” oder “Thore, warum hast du keine Hose an?” – “Weil ich der Weihnschtsmann bin!” Spezi ist übrigens sein Lieblingsgetränk – und das ohne dass er jemals Spezi getrunken hat.
Mette ist die nächste in der Reihenfolge und das dritte und letzte Mädchen. Sie ist 5 Jahre alt und ein aufgewecktes Mädchen. Nichts entgeht ihren Augen und Ohren und zu allem hat sie eine Frage parat. Meist ist Mette sehr fröhlich, aber das kann schnell umschlagen, wenn sie ihren Willen nicht durchgesetzt bekommt. Die kleine Strahlemaus hat mit Abstand den stärksten Willen und sucht regelrecht Herausforderungen und Konfrontationen. Dieses Austesten von Grenzen ist für die Großen nicht immer leicht auszuhalten, aber sie schafft es immer wieder die Situation mit einem unerwarteten “Du bist toll!” zu entschärfen. Ihr Gerechtigkeitssinn ist sehr ausgeprägt. Immer hat sie ein Auge darauf, dass jeder das Gleiche bekommt und steht für sich ein, wenn sie sich unfair behandelt fühlt. Ihr Selbstbewusstsein ist wirklich außergewöhnlich.
Arian ist 2 Jahre alt und unser kleiner Träumer. Oft findet man ihn irgendwo sitzend und vor sich hin träumend. Er kuschelt für sein Leben gern und gerät dadurch oft mit Baby Fiete aneinander, der leider überhaupt nicht gerne kuschelt. Abgesehen von kuscheln, liebt er alle Aufgaben im und ums Haus. Staubsaugen und Blumen gießen sind momentan seine absoluten Favoriten, dicht gefolgt von Kochen. Deshalb hat er seinen eigenen kleinen Staubsauger und eine Spielküche bekommen, die von niemandem außer ihm selbst bespielt werden darf. Dadurch dass Arian gerade sprechen lernt, kommt es oft zu lustigen Situationen. Beim Frühstück verlangt er sich zum Beispiel oft lautstark “Scheißes!”. Gemeint ist Stullenspice – sein allerliebster Brotbelag.
Im Februar diesen Jahres ist Nesthäckchen Henry zur Welt gekommen. Schon direkt nach seiner Geburt fing er an zu brabbeln und auch jetzt unterhält sich für sein Leben gern. Allerdings nur mit ausgewählten Personen. Der kleine Mann gurrt gern wie ein Täubchen und verzaubert damit alle um ihn herum. Ein Grinsen hat er auch für jedes seiner Familienmitglieder übrig. Er hatte es sehr eilig zu uns zu kommen, er kam nämlich schneller auf die Welt als die Hebamme hier war. Für seine Geschwister war es eine tolle Erfahrung Henry wenige Minuten nach seiner Geburt schon sehen zu können, da er zuhause im Wohnzimmer geboren wurde. Damit ist er schon das fünfte Baby, das als Hausgeburt zu uns kam. Das Besondere an ihm ist, dass er zum Zeitpunkt seiner Geburt schon ein Onkel war.
Sechs Monate zuvor hat Pia nämlich ihren inzwischen 9 Monate alten Sohn Fiete zur Welt gebracht. Fiete ist ein kleiner Entdecker. So schnell wie er durch das Haus krabbelt, kommt man gar nicht hinterher. Er weiß genau was er will und wie er schreien muss, wenn er etwas nicht will. Mit seinen kleinen Zähnchen grinst er einen oft an und hat manchmal sogar ein Lachen für einen übrig. Raufasertapete ist seine große Liebe, er könnte den ganzen Tag daran kratzen. Aber er ist auch gern draußen, beobachtet die Tier und probiert sich durch die verschiedenen Grashalme – und oft auch Mamas Blumen. Seit Kurzem hat er Interesse an allem, was rollt. Autos, Monstertrucks, Züge… Mit ihm wird es jedenfalls nie langweilig. Er ist die perfekte Ergänzung zu seinen Onkels und Tanten.
In unserem Haus ist es immer laut und bunt und wild und wunderbar. Die Kinder streiten und vertragen sich, lernen von uns und voneinander und entdecken die Welt mit ihren Kinderaugen. Aber vielleicht sind es gar nicht die Kinder, die am meisten von uns lernen, sondern wir Erwachsenen, die viel mehr von ihnen lernen. Über Leichtigkeit, Individualität, Liebe und Lebensfreude. Und über Dankbarkeit. Denn dankbar sind wir für jeden einzelnen von ihnen.

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